Das Wichtigste in Kürze
Eine Arbeitgebermarke gibt Bewerbern einen Grund zu kommen, den andere Betriebe nicht bieten. Betriebsklima und flache Hierarchien nennt jeder, ohne echten Unterschied entscheidet das Gehalt. Fragen Sie drei langjährige Mitarbeiter, warum sie geblieben sind, und schreiben Sie es wörtlich auf.
Ein Inhaber einer Physiotherapiepraxis führt ein Vorstellungsgespräch. Die Bewerberin ist erfahren und hat zwei weitere Angebote. Am Ende fragt sie freundlich: „Warum sollte ich zu Ihnen kommen und nicht zu den anderen?“
Der Inhaber zögert. Dann spricht er vom guten Betriebsklima und von flachen Hierarchien. Die Bewerberin nickt. Genau dasselbe hat sie in den anderen Praxen gehört.
Sie entscheidet sich für die Praxis, die mehr zahlt. Nicht weil Geld ihr wichtigstes Kriterium war. Sondern weil sonst nichts den Unterschied machte.

Was ein schnelles Ja verdeckt
Fragen Sie Inhaber, ob sie attraktive Arbeitgeber sind, sagen fast alle Ja. Die Mitarbeiter sind zufrieden, die Stimmung ist gut. Das mag stimmen.
Doch die Frage hat zwei Teile. Attraktiv sein ist das eine. Als attraktiv bekannt sein ist das andere. Ein guter Arbeitgeber, den niemand kennt, gewinnt keine Bewerber.
Und noch etwas verdeckt das schnelle Ja. Was der Inhaber für attraktiv hält, ist oft nicht, was Bewerber suchen. Gutes Klima und Kaffee sind keine Unterscheidung mehr. Sie werden vorausgesetzt.
Jeder Betrieb hat bereits eine Arbeitgebermarke. Sie entsteht aus dem, was Mitarbeiter am Abendbrottisch erzählen. Aus dem, was ehemalige Kollegen über Sie sagen. Und aus dem, was ein Bewerber im ersten Kontakt erlebt. Die Frage ist nur, ob Sie sie bewusst gestalten.
Und wie lautet Ihre ehrliche Antwort?
Dieser Impuls ist einer von 67. Das Workpaper enthält alle Fragen zum Ankreuzen, für Sie allein oder für die nächste Runde mit Ihrem Team.
Was fehlende Sichtbarkeit kostet
In einer Region konkurrieren meist wenige Betriebe um dieselben Fachkräfte. Wer dort nicht bekannt ist, wird nicht gefragt. Bewerbungen gehen an die bekannten Namen.
Unbekannte Arbeitgeber zahlen mehr. Sie gleichen fehlendes Ansehen über das Gehalt aus. Oder sie zahlen für Anzeigen, Vermittler und lange Suchzeiten.
Auch im Haus entstehen Kosten. Mitarbeiter, die ihren Arbeitgeber nicht erklären können, bleiben kürzer. Die Fluktuation steigt. Jede Kündigung kostet Einarbeitung, Wissen und Kundenbeziehungen.
Dazu kommt eine stille Auswahl. Wer keinen klaren Grund nennt, zieht Bewerber an, die nur eine Stelle wollen. Gute Fachkräfte wollen wissen, wofür ein Betrieb steht. Fehlt diese Antwort, bewerben sie sich gar nicht erst. Sie sehen diese Absagen nie, weil sie nie geschrieben werden.
Wo stehen Sie bei den anderen 66 Fragen?
Fordern Sie das vollständige Workpaper „67 Impulse“ an. Oder rufen Sie an und besprechen Sie Ihre Antworten direkt.
So entsteht eine tragfähige Arbeitgebermarke
Beginnen Sie im eigenen Betrieb. Fragen Sie Ihre Mitarbeiter, warum sie geblieben sind. Nicht im Fragebogen, sondern im Gespräch. Die Antworten sind oft überraschend konkret.
Feste Arbeitszeiten ohne Wochenende. Ein Chef, der Fehler bespricht statt bestraft. Kurze Wege zu Entscheidungen.
Fragen Sie auch die, die gegangen sind. Ein ehrliches Austrittsgespräch zeigt, was fehlt.
Daraus entsteht Ihre Positionierung als Arbeitgeber. Sie beantwortet zwei Fragen. Für wen ist Ihr Betrieb der richtige Arbeitsplatz? Und für wen ausdrücklich nicht?
Ein Beispiel aus einem Ingenieurbüro. Es kann nicht mit Konzerngehältern mithalten. Dafür betreut jeder Mitarbeiter Projekte von der ersten Skizze bis zur Abnahme. Das ist sein Versprechen an Bewerber, die ganze Projekte statt Teilaufgaben wollen.
Machen Sie dieses Versprechen dann sichtbar. In der Region, wo Ihre Bewerber leben. Auf der Webseite, in Stellenanzeigen, in den sozialen Medien. Auf Veranstaltungen von Kammern, Schulen und Verbänden.
Bleiben Sie dabei konkret. Ein Satz wie „Bei uns endet die Woche am Freitag um 14 Uhr“ wirkt. Ein Satz wie „Wir sind ein tolles Team“ wirkt nicht.
Halten Sie es schließlich im Alltag ein. Eine Arbeitgebermarke ist ein Versprechen. Ihre Unternehmenskultur muss es jeden Tag bestätigen. Wer mehr verspricht, als er hält, verliert die Neuen in der Probezeit.
Fragen zum Weiterdenken
- Was antworten Sie, wenn ein Bewerber fragt, warum er zu Ihnen kommen soll?
- Was sagen Ihre Mitarbeiter über Sie, wenn Sie nicht im Raum sind?
- Wofür sind Sie in Ihrer Region als Arbeitgeber bekannt?
- Für welche Bewerber ist Ihr Betrieb ausdrücklich nicht der richtige?
- Welches Versprechen halten Sie heute schon, ohne es zu nennen?
Fazit zur Arbeitgebermarke
Attraktiv ist ein Arbeitgeber erst, wenn er bekannt ist. Und wenn er einen Grund nennt, den andere nicht haben. Dieser Grund liegt meist schon im Betrieb.
Fragen Sie diese Woche drei langjährige Mitarbeiter, warum sie geblieben sind. Schreiben Sie die Antworten wörtlich auf.
Herzliche Grüße
Ihr Dominik Eller

Hinweis
Das Beispiel des Ingenieurbüros ist ein Praxisbeispiel und beschreibt kein bestimmtes Unternehmen.






































