Das Wichtigste in Kürze
Wohnformen im Alter beginnen in der vorhandenen Wohnung. Die meisten Älteren wollen im vertrauten Umfeld bleiben. Barrierearme Umbauten und vermittelte Dienste halten ältere Mieter im Haus.
Wohnformen im Alter werden für Eigentümer zur Frage des Bestands. Die meisten älteren Menschen wollen möglichst lange selbstständig in ihrem vertrauten Umfeld leben. Neue Pflegeplätze allein decken diesen Wunsch nicht.
Der Bedarf an seniorengerechten Wohnungen steigt mit der Alterung der Bevölkerung. Viele Senioren bleiben nach dem Tod des Partners in großen Wohnungen. Wer seinen Bestand nicht anpasst, verliert treue Mieter und künftige Nachfrage.

Rechtsstand Oktober 2026: Was sich geändert hat
- Seit dem 31.07.2026 nimmt die KfW keine neuen Anträge für den Zuschuss Altersgerecht Umbauen 455-B an. Die Mittel für 2026 sind ausgeschöpft.
- Der Förderkredit 159 für den Abbau von Barrieren läuft weiter.
Quelle: KfW: Information zur Zuschussförderung Altersgerecht Umbauen, 31.07.2026
Was ältere Mieter erwarten
Ältere Menschen wünschen eine ruhige Lage, ohne zu vereinsamen. Ihr Platzbedarf sinkt, weil weniger Personen im Haushalt leben. Die Wohnung soll zu nachlassenden Kräften passen.
- Zugänge und Räume ohne Barrieren
- ein sicheres, gut nutzbares Bad
- Einkauf, Arzt und Nahverkehr in der Nähe
- Notruf und schnelle Hilfe
- Kontakt zu Nachbarn
Diese Ansprüche betreffen Wohnung und Umfeld gleichermaßen. Ein barrierefreier Eingang nützt wenig, wenn der Weg zur Haltestelle voller Hindernisse ist.
Fragen Sie Ihre älteren Mieter direkt nach ihren Wünschen. Regelmäßige Befragungen zeigen, wie Ihre Mieter künftig wohnen wollen und welche Wohnungen gefragt sein werden.
Wohnformen im Alter im Überblick
Zwischen eigener Wohnung und Pflegeheim gibt es viele Stufen. Jede verlangt andere Gebäude und andere Dienste.
- altersgerecht angepasste Wohnung im Bestand
- betreutes Wohnen mit Serviceangebot
- Seniorenwohnanlage mit Concierge und Betreuungsdiensten
- Seniorenwohngemeinschaft mit eigenen Zimmern
- Mehrgenerationenhaus mit Nachbarschaftshilfe
- Pflegeheim bei dauerhaftem Pflegebedarf
Seniorenwohngemeinschaften stellen andere Anforderungen als studentische Wohngemeinschaften. Bei Angeboten mit Pflege hängt die Nachfrage stark von den Regeln der Kostenträger ab. Ändern sich diese, brauchen Sie rasch Alternativen für die Nutzung.
Bieten Sie zudem kleinere Wohnungen im eigenen Bestand an. So bleibt ein Umzug im vertrauten Umfeld möglich. Große Wohnungen werden dann frei für Familien.
Haben Sie Fragen zu altersgerechten Wohnungen in Ihrem Bestand?
Sie schildern Ihren Fall zu altersgerechten Wohnungen in Ihrem Bestand und erfahren, welcher Schritt jetzt der richtige ist.
Bestandswohnungen barrierearm anpassen
Viele Anpassungen gelingen im Bestand mit überschaubarem Aufwand. Prüfen Sie Wohnung, Gebäude und Umfeld als Einheit.
- Badezimmer altersgerecht umbauen
- Barrieren an Zugängen und in der Wohnung abbauen
- einen Aufzug nachrüsten, wo der Bau es zulässt
- Notruf- und Kommunikationssysteme einrichten
- sichere, gut beleuchtete Wege im Umfeld
Die DIN 18040 Teil 2 beschreibt barrierefreies Bauen für Wohnungen. Sie dient als Maßstab, auch wenn Sie im Bestand nicht jede Anforderung erfüllen.
Mieter können verlangen, dass Sie bauliche Veränderungen für Menschen mit Behinderung erlauben. In Gemeinschaften kann jeder Eigentümer solche Veränderungen gegen die Mehrheit durchsetzen. Die Kosten und den Nutzen trägt dann grundsätzlich er selbst.
Finanzierung und Förderung prüfen
Für altersgerechte Umbauten gibt es Förderkredite und Zuschüsse der KfW. Die Programme ändern sich regelmäßig. Beantragen Sie Förderung immer vor Beginn der Maßnahme, sonst entfällt der Anspruch.
Selbstnutzer setzen auch geförderte Altersvorsorge ein. Das Riester-Guthaben darf für einen barrierereduzierenden Umbau der eigenen Wohnung verwendet werden. Dafür gelten Mindestbeträge und der Nachweis durch einen Sachverständigen.
Prüfen Sie außerdem die Programme Ihres Landes. Die soziale Wohnraumförderung nennt barrierefreies Bauen für Menschen mit eingeschränkter Mobilität ausdrücklich als Ziel.
Service und Betreuung organisieren
Ältere Mieter brauchen oft mehr als eine gute Wohnung. Seniorenwohnanlagen bieten deshalb zusätzliche Dienste an:
- Concierge oder Ansprechpartner im Haus
- Hilfe im Betreuungs- und Pflegeservice
- Essen auf Rädern und Einkaufshilfen
- Fahrdienste und Freizeitangebote
Sie müssen diese Dienste nicht selbst erbringen. Viele Vermieter vermitteln Pflegeangebote an karitative Einrichtungen. Regeln Sie die Umlage der Kosten klar im Vertrag.
Mit der Zahl solcher Angebote wächst der Beratungsbedarf älterer Mieter. Verstehen Sie sich mindestens als Vermittler zwischen Mietern und Anbietern.
Ein Notrufsystem gibt älteren Mietern und Angehörigen Sicherheit. Klären Sie vorab, wer im Notfall Zugang zur Wohnung erhält.
Haben Sie Fragen zu altersgerechten Wohnungen in Ihrem Bestand?
Sie schildern Ihren Fall zu altersgerechten Wohnungen in Ihrem Bestand und erfahren, welcher Schritt jetzt der richtige ist.
Fazit zu Wohnformen im Alter
Wohnformen im Alter beginnen in der vorhandenen Wohnung. Barrierearme Umbauten, ein sicheres Umfeld und vermittelte Dienste halten ältere Mieter im Haus. Förderung und klare Verträge machen die Maßnahmen wirtschaftlich.
Lassen Sie bei der nächsten Neuvermietung das Bad auf einen barrierearmen Umbau prüfen.
Herzliche Grüße
Dominik Eller & Christina Fischer


Quellen
Einleitung
- Lengwinat/Wenzel/Wünsche, Immobilienkaufleute, Bd. 3, Cornelsen
- Murfeld (Hrsg.), Spezielle Betriebswirtschaftslehre der Immobilienwirtschaft, 8. Aufl. 2018
- Kompendium Qualifizierte Immobilienverwaltung IHK, Stand 01/2022
Was ältere Mieter erwarten
- Kompendium Qualifizierte Immobilienverwaltung IHK, Stand 01/2022
- Lengwinat/Wenzel/Wünsche, Immobilienkaufleute, Bd. 3, Cornelsen
- DIHK-Bildungs-gGmbH, Geprüfte Immobilienfachwirte, Textband Maklertätigkeit
- Murfeld (Hrsg.), Spezielle Betriebswirtschaftslehre der Immobilienwirtschaft, 8. Aufl. 2018
Wohnformen im Alter im Überblick
- Kompendium Qualifizierte Immobilienverwaltung IHK, Stand 01/2022
- DIHK-Bildungs-gGmbH, Geprüfte Immobilienfachwirte, Textband Maklertätigkeit
- Lengwinat/Wenzel/Wünsche, Immobilienkaufleute, Bd. 3, Cornelsen
- Murfeld (Hrsg.), Spezielle Betriebswirtschaftslehre der Immobilienwirtschaft, 8. Aufl. 2018
- DIHK-Bildungs-gGmbH, Geprüfte Immobilienfachwirte, Textband Immobilienbewirtschaftung
Bestandswohnungen barrierearm anpassen
- Lengwinat/Wenzel/Wünsche, Immobilienkaufleute, Bd. 3, Cornelsen
- Kuckertz u. a. (Hrsg.), Fachmann/Fachfrau für Immobiliardarlehensvermittlung IHK, 2016
- Murfeld (Hrsg.), Spezielle Betriebswirtschaftslehre der Immobilienwirtschaft, 8. Aufl. 2018
- Schnabel/Battke-Spitzer, Crashkurs Wohnungseigentumsverwaltung, 2. Aufl. 2021
- § 554 BGB
- § 20 WEG
- § 21 WEG
Finanzierung und Förderung prüfen
- Kuckertz u. a. (Hrsg.), Fachmann/Fachfrau für Immobiliardarlehensvermittlung IHK, 2016
- Murfeld (Hrsg.), Spezielle Betriebswirtschaftslehre der Immobilienwirtschaft, 8. Aufl. 2018
- Lengwinat/Wenzel/Wünsche, Immobilienkaufleute, Bd. 3, Cornelsen
- § 92a EStG
- DIHK-Bildungs-gGmbH, Geprüfte Immobilienfachwirte, Textband Immobilienbewirtschaftung
- Wichtige Information zur Zuschussförderung Altersgerecht Umbauen – KfW, 2026
Service und Betreuung organisieren
- DIHK-Bildungs-gGmbH, Geprüfte Immobilienfachwirte, Textband Maklertätigkeit
- Murfeld (Hrsg.), Spezielle Betriebswirtschaftslehre der Immobilienwirtschaft, 8. Aufl. 2018
- Lengwinat/Wenzel/Wünsche, Immobilienkaufleute, Bd. 3, Cornelsen
Gesetze
Weitere Quellen im Netz
Hinweis
Dieser Beitrag stützt sich auf die genannte Fachliteratur der Immobilienwirtschaft, die Gesetzestexte und ausgewählte Fachquellen. Rechtsstand: Oktober 2026. Er ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.






































