Das Wichtigste in Kürze
Die Sprache des Chefs bestimmt, was das Team überhaupt versucht. Was der Chef für aussichtslos hält, versucht kaum jemand. Notieren Sie eine Woche lang Ihre Sätze über den Markt, jeden mit einer Aufgabe.
Die Sprache des Chefs wirkt oft stärker als jede Anweisung. In einer Besprechung sagt der Inhaber einer Maklerfirma einen Satz. Bei den neuen Aufträgen werde es dieses Jahr schwierig. Danach wird es schwierig. Etwas anderes hat niemand versucht.

Ihre Wortwahl stellt Weichen
Das ist die Steuerwirkung der eigenen Sprache. Ein Satz des Chefs ist im Betrieb nie nur eine Beschreibung. Das Team hört darin eine Einschätzung und richtet sich danach. Was der Chef für aussichtslos hält, versucht kaum jemand.
Auch beim Chef selbst kann der Satz nachwirken. Wer etwas laut als schwierig bezeichnet, achtet womöglich eher auf passende Hinweise. So bestimmt die Wortwahl mit, wonach überhaupt gesucht wird. Fachleute sprechen bei solchen Kreisläufen von selbsterfüllender Prophezeiung.
Haben Sie Fragen zur Sprache des Chefs?
Sie schildern Ihren Fall zur Sprache des Chefs und erfahren, welcher Schritt jetzt der richtige ist.
Wenn der Satz zurückkommt
Ein Team hört von seinem Chef jede Woche, dass der Markt hart ist. Nach einem Jahr ruft niemand mehr bei möglichen Verkäufern an. Die Mitarbeiter halten das für vernünftig, der Chef hat es ja gesagt. Der Chef hält das Ergebnis für Marktkenntnis. Es ist sein eigener Satz, der zu ihm zurückkommt.
Der Schaden entsteht leise. Kein einzelner Anruf fehlt sichtbar. Es fehlen hundert Anrufe, die niemand mehr für sinnvoll hält. In der Bilanz steht dann nur ein schwaches Jahr.
Sprache als Werkzeug der Führung
Sprache im Betrieb ist keine Frage des Stils. Sie ist ein Werkzeug, mit dem Sie führen. Ihre Leute übernehmen Ihre Sätze, weil sie sie jeden Tag hören. Die interne Kommunikation beginnt deshalb bei Ihnen.
Das heißt nicht, Schwierigkeiten schönzureden. Ein harter Markt darf benannt werden. Entscheidend ist, ob der Satz danach eine Aufgabe nennt. Der Markt ist hart, also rufen wir zwanzig Eigentümer aus unserer Kartei selbst an.
Der zweite Satz beschreibt dieselbe Lage. Er gibt dem Team allerdings etwas zu tun. Am Monatsende lässt sich prüfen, was die Anrufe ergeben haben. Aus einer Stimmung wird so ein Versuch mit Ergebnis.
Haben Sie Fragen zur Sprache des Chefs?
Sie schildern Ihren Fall zur Sprache des Chefs und erfahren, welcher Schritt jetzt der richtige ist.
So prüfen Sie Ihre Sätze
- Notieren Sie eine Woche lang Ihre Sätze über Markt, Kunden und Team.
- Markieren Sie jeden Satz, der nur eine Lage beschreibt.
- Ergänzen Sie diese Sätze um einen nächsten Schritt.
- Fragen Sie in Besprechungen nach dem, was fehlt, statt nach Schuldigen.
- Achten Sie darauf, welche Ihrer Sätze das Team wiederholt.
Mehr dazu im Beitrag Führungssprache: Zusagen, die Vertrauen schaffen.
Häufige Fragen zur Führungssprache
Welchen Einfluss hat die Sprache des Chefs auf das Team? Sie setzt Erwartungen, nach denen sich das Team richtet. Was der Chef für aussichtslos erklärt, versucht selten jemand.
Darf ein Chef Probleme offen ansprechen? Ja, eine ehrliche Lage gehört in jede Besprechung. Wirksam wird sie, wenn ein nächster Schritt folgt.
Wie verändern Sie die eigene Wortwahl? Indem Sie Ihre Sätze eine Woche lang aufschreiben und prüfen. Ergänzen Sie jede Beschreibung um eine Aufgabe.
Fazit zur Sprache des Chefs
Ihre Sätze bestimmen, was Ihr Team überhaupt versucht. Ein Satz ohne nächsten Schritt wird schnell zur Ausrede für alle. Schreiben Sie eine Woche lang Ihre Sätze über den Markt auf. Ergänzen Sie danach jeden Satz um eine Aufgabe.
Herzliche Grüße
Ihr Dominik Eller

Hinweis
Das Beispiel der Maklerfirma ist ein Praxisbeispiel und beschreibt kein bestimmtes Unternehmen.






































