Das Wichtigste in Kürze
Die Angst vor Scheitern zeigt sich meist als übertriebene Vorsicht und Gründlichkeit. Ein Fehlschlag kostet einmal, die falsche Lehre daraus jedes Jahr. Schreiben Sie auf, welche Regel Sie aus Ihrem letzten Fehlschlag gezogen haben.
Die Angst vor Scheitern beginnt oft mit einem einzigen Fall. Der Inhaber eines Elektrobetriebs hat vor Jahren einen großen Auftrag falsch kalkuliert. Die Akte liegt noch im Schrank, mit rotem Vermerk. Seither prüft er jede größere Anfrage so lange, bis sie sich erledigt hat. Er nennt das Erfahrung.

Ein Fall wird zur Regel
Das ist Furcht vor dem Scheitern. Sie zeigt sich selten als Angst. Sie zeigt sich als Gründlichkeit und Vorsicht.
Ein Fehlschlag brennt sich stärker ein als zehn gelungene Vorhaben. Die Psychologie nennt das Negativitätsverzerrung. Der Kopf zieht daraus eine Regel, die viel zu weit reicht. Aus einem missglückten Fall wird eine Warnung vor allem Ähnlichen. Fachlich heißt das Übergeneralisierung.
Haben Sie Fragen zur Angst vor dem Scheitern?
Sie schildern Ihren Fall zur Angst vor dem Scheitern und erfahren, welcher Schritt jetzt der richtige ist.
Die Vorsicht kostet jedes Jahr
Der Fehlschlag selbst kostet einmal. Die Vorsicht danach kostet jedes Jahr. Der Elektrobetrieb lehnt jeden größeren Auftrag ab oder bietet zu teuer an. Die Aufträge gehen an Wettbewerber, die ihre Lehre anders gezogen haben.
Diese Kosten stehen in keiner Bilanz. Sie bestehen aus Aufträgen, die nie hereinkamen. Der Markt bestraft diese Vorsicht härter als den Fehler. Denn den Fehler hat der Betrieb einmal bezahlt und überlebt.
Oft wirkt die Vorsicht auch nach innen. Mitarbeiter merken, dass größere Vorhaben beim Chef keine Chance haben. Sie hören auf, welche vorzuschlagen.
Der Fehlschlag ist eine Auskunft
Nicht der Fehler hält Sie auf, sondern Ihre Deutung. Ein Fehlschlag ist eine Auskunft über einen bestimmten Fall. Er sagt, was genau damals nicht gestimmt hat. Er sagt nicht, dass alles Ähnliche gefährlich ist.
Beim Elektrobetrieb lag der Fehler in der Kalkulation der Arbeitsstunden. Die Größe des Auftrags war nicht das Problem. Die Lehre lautet also: genauer kalkulieren. Sie lautet nicht: keine großen Aufträge mehr.
Begrenzen Sie deshalb den Einsatz statt des Risikos. Ein Betrag, ein Zeitraum, ein Auftrag zum Ausprobieren. Innerhalb dieser Grenze ist ein Fehler eine Lehre und kein Schaden.
Haben Sie Fragen zur Angst vor dem Scheitern?
Sie schildern Ihren Fall zur Angst vor dem Scheitern und erfahren, welcher Schritt jetzt der richtige ist.
So lesen Sie den Fehlschlag richtig
- Schreiben Sie auf, was damals genau schiefgegangen ist.
- Trennen Sie die Ursache vom Umfeld des Falls.
- Formulieren Sie die Lehre so eng wie möglich.
- Legen Sie für neue Vorhaben fest, was ein Fehlversuch höchstens kosten darf.
- Entscheiden Sie innerhalb dieser Grenze zügig.
Halten Sie nach jedem Versuch fest, was er ergeben hat. Diese Lessons Learned machen aus einem Fehler eine Grundlage. Ohne Notiz bleibt nur das Gefühl, und das reicht immer zu weit.
Häufige Fragen zur Angst vor Scheitern
Wie überwinden Sie die Angst vor dem Scheitern im Betrieb? Indem Sie den Einsatz begrenzen statt das Risiko zu meiden. Wer vorher weiß, was ein Fehlversuch höchstens kostet, entscheidet ruhiger.
Ist Vorsicht nach einem Fehler nicht vernünftig? Ja, solange sie sich auf die tatsächliche Ursache bezieht. Sie wird teuer, wenn sie alles Ähnliche ausschließt.
Woran erkennen Sie übertriebene Vorsicht? An Vorhaben, die so lange geprüft werden, bis sie sich erledigt haben. Ein weiteres Zeichen sind Absagen, die mit Erfahrung begründet werden. Mehr dazu im Beitrag Veränderung im Betrieb: Warum nichts geschieht.
Fazit zur Angst vor Scheitern
Ein Fehlschlag kostet einmal, die falsche Lehre daraus jedes Jahr. Lesen Sie ihn als Auskunft über einen Fall. Schreiben Sie heute auf, welche Regel Sie aus Ihrem letzten Fehlschlag gezogen haben.
Herzliche Grüße
Ihr Dominik Eller

Hinweis
Das Beispiel des Elektrobetriebs ist ein Praxisbeispiel und beschreibt kein bestimmtes Unternehmen.






































