Das Wichtigste in Kürze
Ein guter Vortragsstil klingt wie Ihr Gespräch mit einem Mandanten: ruhig, warm, kurze Sätze. Viele wechseln am Pult in eine laute, feierliche Stimme und blicken über die Köpfe. Wählen Sie drei Zuhörer und sprechen Sie zu ihnen.
Sie hören die Aufnahme Ihres letzten Vortrags. Ihr Vortragsstil klingt fremd, fast wie eine Verlautbarung. Im Gespräch mit einem Mandanten reden Sie ganz anders. Ruhiger, wärmer, mit kurzen Sätzen.

Der Wechsel in die Vortragsstimme
Viele wechseln vorn am Pult in eine besondere Stimme. Sie wird lauter, gleichförmiger und feierlicher. Der Blick geht dabei über die Köpfe hinweg. Er sucht einen Punkt an der Rückwand.
Ein Beispiel aus einer Steuerkanzlei. Die Inhaberin lädt Mandanten zu einem Abend über die Nachfolge. Im Einzelgespräch erklärt sie das Thema klar und gelassen. Vorn spricht sie plötzlich wie bei einer Behördenansage. Nach zehn Minuten sehen die ersten Gäste auf ihr Telefon.
Haben Sie Fragen zu Ihrem Vortragsstil?
Sie schildern Ihren Fall zu Ihrem Vortragsstil und erfahren, welcher Schritt jetzt der richtige ist.
Ein Blick erreicht niemanden
Ein Blick über die Köpfe erreicht niemanden. Jeder Zuhörer fühlt sich als Teil einer Menge. Wer sich nicht angesprochen fühlt, hört nur noch halb zu.
Dazu kommt ein zweiter Verlust. Die Vortragsstimme ist nicht die Stimme, die Ihre Mandanten kennen. Ihr Publikum glaubt der Stimme, die es kennt. Mit der fremden Stimme wirkt auch der Inhalt fremder. Gute Unterlagen gleichen das nicht aus.
Zu einem Menschen sprechen
Sprechen Sie so, wie Sie im Wohnzimmer sprechen. Das ist der Kern dieses Vortragsstils. Nicht der Saal ist Ihr Gegenüber, sondern ein einzelner Mensch.
Suchen Sie einen Menschen im Saal. Sagen Sie ihm einen Gedanken zu Ende. Dann wenden Sie sich dem nächsten Menschen zu, mit dem nächsten Gedanken. Dieser Blickkontakt wirkt über die eine Person hinaus. Ein Blick in ein Gesicht erreicht den ganzen Raum.
Haben Sie Fragen zu Ihrem Vortragsstil?
Sie schildern Ihren Fall zu Ihrem Vortragsstil und erfahren, welcher Schritt jetzt der richtige ist.
So üben Sie den ruhigen Vortragsstil
- Nehmen Sie ein Gespräch mit einem Kunden auf, mit dessen Einverständnis.
- Nehmen Sie danach denselben Inhalt als Vortrag auf.
- Hören Sie beide nacheinander und notieren Sie die Unterschiede.
- Proben Sie den Vortrag zuerst vor einer einzelnen vertrauten Person.
- Wählen Sie im Saal drei Gesichter in verschiedenen Ecken.
Halten Sie die Sätze so kurz wie im Gespräch. Ein Gedanke pro Blick ist eine gute Regel. Ihre Rhetorik wird dadurch nicht schlichter, sondern glaubwürdiger. Auch die Tonalität bleibt dieselbe wie am Telefon.
Häufige Fragen zum Vortragsstil
Wie wirke ich bei einem Vortrag ungezwungen? Sprechen Sie im Ton eines Gesprächs mit einem einzelnen Menschen. Kurze Sätze und ein ruhiges Tempo helfen dabei.
Wohin schaue ich bei einer Rede? Sehen Sie einzelne Zuhörer an, jeweils für einen ganzen Gedanken. Wechseln Sie danach zu einer anderen Person im Raum.
Funktioniert das auch vor großem Publikum? Ja, der Grundsatz gilt für jede Größe. Auch in einem großen Saal sprechen Sie immer zu einem Menschen.
Fazit zum Vortragsstil
Ein guter Vortragsstil braucht keine besondere Stimme. Er braucht Ihre eigene Stimme und ein Gesicht vor Ihnen. Wählen Sie für Ihren nächsten Vortrag drei Zuhörer und sprechen Sie zu ihnen.
Herzliche Grüße
Ihr Dominik Eller

Hinweis
Das Beispiel beschreibt kein bestimmtes Unternehmen.






































