Das Wichtigste in Kürze
Beim Employer Branding entscheidet, was Menschen außerhalb der Personalabteilung über Ihr Haus erzählen. Eine Anzeige erreicht nur die wenigen, die gerade suchen. Die Arbeitgebermarke entsteht im Gespräch, nicht am Schreibtisch.
Zwei Betriebe in derselben Stadt suchen dieselbe Fachkraft. Beide zahlen fast dasselbe. Der eine besetzt die Stelle in 3 Wochen. Der andere sucht seit 8 Monaten und hat 4 Bewerbungen.
Der Unterschied liegt nicht im Gehalt. Er liegt in dem, was über die beiden Häuser erzählt wird. Erzählt wird es von Menschen außerhalb der Personalabteilung.

Arbeitgebermarke: was über Sie erzählt wird
Eine Anzeige erreicht nur die wenigen, die gerade suchen. Alle anderen entscheiden nach dem, was sie über Ihr Haus wissen. Das wissen sie lange, bevor eine Stelle frei wird.
Ihre Arbeitgebermarke ist, was andere über Ihren Betrieb sagen. Und zwar dann, wenn niemand aus der Führung dabei ist. Am Nachbartisch, im Verein, in der Werkstatt gegenüber. Sie besitzen diese Marke nicht, Sie haben sie. Offen ist nur, ob sie für Sie arbeitet.
Employer Branding heißt: Ein Betrieb stellt sich als glaubwürdiger und anziehender Arbeitgeber auf. Das geschieht aus der eigenen Identität heraus, nach innen wie nach außen. Aus der eigenen Identität heißt: Sie erfinden nichts. Glaubwürdig heißt: Der Satz hält der ersten Woche eines Neuen stand.
Employer Branding scheitert an Widersprüchen
Ihre Leute haben eine Doppelrolle. Innen leben sie Ihre Regeln und Ihre Führung. Außen vertreten sie Ihr Haus, beim Kunden, in der Familie, am Stammtisch. Was innen nicht stimmt, wird außen erzählt.
Ein Beispiel: Eine Agentur mit 18 Leuten schreibt „Bei uns zählt der Mensch“. Im Haus wird bis 21 Uhr gearbeitet, Urlaub gibt es selten. Achtzehn Stimmen schlagen jede Seite im Netz. Nach 2 Jahren kennt die Branche den Betrieb, und niemand bewirbt sich. Es fehlt nicht an Fachkräften, sondern an Übereinstimmung.
Personalmarketing ist das Werkzeug zum Anlass: Eine Stelle ist frei, also wird geworben. Die Arbeitgebermarke ist der Rahmen und wirkt dauerhaft. Eine gute Einladung in ein Haus mit schlechtem Ruf bringt niemanden. Der Fehler liegt deshalb selten in der Anzeige, sondern 2 Jahre davor.
Kleine Betriebe sind dabei im Vorteil. Ein Konzern braucht Jahre, um die Wahrheit über sich zu ändern. Bei 25 Leuten reicht oft ein Quartal. Ihr Nachteil ist ein anderer: Ihren Betrieb kennt kaum jemand.
Haben Sie Fragen zum Employer Branding?
Sie schildern Ihren Fall zum Employer Branding und erfahren, welcher Schritt jetzt der richtige ist.
Arbeitgebermarke aufbauen in 6 Schritten
Diese 6 Schritte tragen auch in einem kleinen Haus:
- Führen Sie 5 Gespräche mit Leuten, die länger als 2 Jahre da sind. Fragen Sie nur: „Warum sind Sie geblieben?“ Die 3 Antworten, die sich wiederholen, sind Ihre Marke.
- Prüfen Sie jeden Satz gegen den Alltag. Finden Sie kein Beispiel aus den letzten 4 Wochen, streichen Sie ihn.
- Legen Sie auf Ihrer Webseite eine Unterseite an. Darauf stehen die wahren Sätze und 3 Ihrer Leute mit echtem Bild.
- Machen Sie Empfehlungen zur Regel. Nennen Sie einmal im Quartal die offenen Stellen in der Runde.
- Behandeln Sie Ihr Bewerbungsverfahren als Teil der Marke: schnelle Rückmeldung, klarer Stand, Absage mit Grund.
- Halten Sie 12 Monate durch. Ein Beitrag im Monat wirkt mehr als eine Kampagne im Frühjahr.
Sichtbar sein müssen Sie nur in Ihrem Umkreis. Ihre Leute kommen meist aus etwa 30 Kilometern. Diesen Kreis erreichen Sie über Ihre Mitarbeiter, über Schulen vor Ort und über Ihre Kunden.
Der Kern kostet vor allem Zeit: gut 1,5 Stunden Gespräche, ein Abend Prüfung, ein Tag für die Unterseite. Teuer wird, was Sie danach ändern müssen. Genau dieser Teil bringt den Ertrag.
Schwache Arbeitgebermarke: 4 Anzeichen
Ob Ihre Arbeitgebermarke schwach ist, erkennen Sie ohne Aufwand:
- Auf Ihre Anzeigen bewirbt sich niemand, den Sie einstellen wollen.
- Ihre Leute empfehlen niemanden aus ihrem Umfeld.
- Neue Leute gehen im ersten Jahr wieder.
- Sie gewinnen Kandidaten nur über Geld.
Das zweite Zeichen ist das deutlichste. Menschen schicken keine Freunde an einen schlechten Ort. Und wer allein über Geld kommt, geht auch allein über Geld. Sätze wie „gutes Betriebsklima“ oder ein Obstkorb ändern daran nichts.
Sie können die 6 Schritte mit Ihrer Führung selbst gehen. Oder Sie lassen die Arbeit begleiten. EBC Recruitment unterstützt Betriebe im Mittelstand beim Employer Branding und bei der Personalsuche. Der Anfang ist in beiden Fällen gleich: die 5 Gespräche.
Mehr dazu lesen Sie in „Arbeitgebermarke: Warum sollte jemand kommen?“ und „Fachkräftemangel? Sie sind nur unbekannt“.
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Fazit zu Employer Branding
Ihre Arbeitgebermarke erfinden Sie nicht, Sie hören sie. Was Sie versprechen, prüft jeder Neue in der ersten Woche. Führen Sie diese Woche 2 der 5 Gespräche und schreiben Sie die Antworten wörtlich mit.
Herzliche Grüße
Dominik Eller & Christina Fischer


Hinweis
Keine Rechtsberatung, sondern Erfahrung aus der Praxis. Die Beispiele aus einzelnen Branchen beschreiben kein bestimmtes Unternehmen. Alle Zahlen in den Beispielen sind Beispielwerte.






































