Das Wichtigste in Kürze
Eine Beteiligung ohne Kaufpreis erhalten Sie, wenn Sie ein Problem des Inhabers lösen. Neun Bereiche öffnen diesen Weg, erst kommt die messbare Leistung, dann die Urkunde. Klären Sie vor jedem Angebot drei Fragen schriftlich.
Es gibt einen Weg in ein Unternehmen ohne Kaufpreis. Sie zahlen kein Geld. Sie lösen ein Problem. Dafür erhalten Sie einen Anteil.
In den USA heißt das Equity Deal. Gemeint ist eine Beteiligung gegen Leistung. Für Käufer ist das der Einstieg ohne Bank. Für Inhaber schließt es eine Lücke ohne Geld, das gerade fehlt.

Was der Inhaber verliert
Ein Inhaber hat ein Problem, das ihn jeden Monat Geld kostet. Er weiß es oft. Er hat nur weder Zeit noch Mittel, es zu lösen. Jedes Jahr ohne Lösung kostet Gewinn und Unternehmenswert.
Roland Frasier nennt neun Bereiche, in denen solche Beteiligungen entstehen. Beide Seiten kennen sie besser. Denn jeder sitzt irgendwann auf der anderen Seite des Tisches.
Haben Sie Fragen zu einer Beteiligung ohne Kaufpreis?
Sie schildern Ihren Fall zu einer Beteiligung ohne Kaufpreis und erfahren, welcher Schritt jetzt der richtige ist.
Neun Wege zu Anteilen
- Vertrieb. Das Angebot ist gut. Doch niemand verkauft es. Der Vertrieb hängt am Inhaber.
- Marketing. Der Betrieb wird nicht gefunden. Anfragen kommen nur aus Empfehlung.
- Betriebsabläufe. Der Umsatz stimmt, der Gewinn nicht. Jede Frage landet beim Inhaber.
- Finanzen. Die Auswertung kommt sechs Wochen zu spät. Die Preise sind seit Jahren gleich.
- Restrukturierung. Zu viele Standorte, Leistungen und Kunden ohne Deckungsbeitrag.
- Erschöpfung. Der Inhaber kann nicht mehr und will trotzdem nicht verkaufen.
- Wachstumsstopp. Der Betrieb steht seit drei Jahren bei derselben Zahl.
- Netzwerk. Sie bringen Zugang zu einem Großkunden, Lieferanten oder Kapitalgeber.
- Entwicklung. Der Betrieb braucht ein neues Angebot und niemanden, der es baut.
Vertrieb und Marketing werden oft verwechselt. Vertrieb wandelt Anfragen um. Marketing erzeugt sie. Der Bereich Netzwerk ist der heikelste. Zugang lässt sich nur einmal geben.
Die Reihenfolge in Deutschland
Ein GmbH-Anteil wechselt nur über den Notar, so § 15 GmbHG. Eine Beteiligung entsteht hier nicht per Handschlag. Sie braucht eine notarielle Beurkundung.
Daraus folgt eine praktische Reihenfolge. Zuerst arbeiten Sie auf Werkvertrag oder Honorar. Dazu kommt eine schriftliche Zielvereinbarung mit Zahl und Stichtag.
Etwa zusätzlicher Umsatz, gesenkte Kosten oder gewonnene Zeit. Wird das Ziel erreicht, folgt die Beteiligung beim Notar. Wird es verfehlt, endet die Zusammenarbeit ohne Streit.
Frasier nennt eine Spanne von zwei bis 100 Prozent. Das wirkt beliebig. Beliebig ist es nicht. Die Höhe folgt aus dem Beitrag, nicht aus einer üblichen Größe.
Hinter dem Gesagten suchen
Vor den Fragen steht ein Satz. Finden Sie heraus, warum Ihr Gegenüber will, was er sagt. Und auf welchem anderen Weg er es bekommt.
Ein Inhaber sagt, er will verkaufen. Er meint, er will weniger arbeiten. Er sagt, er braucht Geld. Er meint Sicherheit für seine Familie.
Er sagt, er sucht einen Nachfolger. Er meint, sein Betrieb soll seinen Namen behalten. Die naheliegende Lösung ist selten die beste.
Haben Sie Fragen zu einer Beteiligung ohne Kaufpreis?
Sie schildern Ihren Fall zu einer Beteiligung ohne Kaufpreis und erfahren, welcher Schritt jetzt der richtige ist.
Die drei Fragen davor
Erste Frage: Haben Sie jemals daran gedacht, zu verkaufen? Sie fragt nicht nach einer Absicht, sondern nach einem Gedanken. Stellen Sie die Frage ruhig. Und schweigen Sie danach.
Zweite Frage: Wie sieht das für Sie aus? Jetzt beschreibt der Inhaber die Form selbst. Sofort, in Stufen, mit Übergangszeit oder mit Rückbeteiligung. Achten Sie auf Nebensätze: ein Mitarbeiter, der bleiben soll, eine Zeit, die er braucht. Diese Nebensätze sind Ihre Verhandlungsmasse.
Dritte Frage: Was machen Sie mit dem Geld? Sie klingt zu direkt und ist die wichtigste. Wer eine Wohnung kaufen will, braucht einen Betrag. Wer seine Rente sichern will, braucht einen Zahlungsstrom. Der zweite Fall kostet Sie am Tag der Übergabe weniger Geld.
Das Ziel des Gesprächs: Erfüllen Sie das Ziel des Verkäufers im Tausch gegen einen Anteil. Sie sprechen nicht über Ihren Preis, sondern über sein Ziel.
Die Gegenprobe für Inhaber
Dieselben drei Fragen stellt Ihnen irgendwann jemand. Ein Käufer, ein Wettbewerber oder ein Investor. Beantworten Sie sie vorher schriftlich für sich.
Was ist Ihr Betrieb wert? Welcher Ausstieg ist für Sie annehmbar? Wozu brauchen Sie den Erlös?
Wer diese Antworten hat, verhandelt. Wer sie nicht hat, reagiert. Ein Erlös ohne Zweck ist keine Zahl. Er ist ein Wunsch.
Fazit zur Beteiligung ohne Kaufpreis
Neun Bereiche öffnen einen Weg zu Anteilen ohne Bank. Erst kommt die messbare Leistung, dann die Urkunde. Und vor jedem Angebot stehen drei Fragen.
Nehmen Sie sich diese Woche eine Stunde. Schreiben Sie Ihre drei Antworten auf ein Blatt. Legen Sie es weg, bis jemand fragt.
Herzliche Grüße
Ihr Dominik Eller

Quellen
- § 15 GmbHG: Übertragung von Geschäftsanteilen
- Roland Frasier: Foliensatz „In-&-Out Equity Deal Opportunities“, Kursmaterial, 2020
Hinweis
Die Reihenfolge aus Honorar, Zielgröße und Beteiligung ist eine Einordnung für den deutschen Rahmen. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.






































