DOMINIK ELLEREBC I ELLER BUSINESS CONSULTINGUnternehmen & Immobilien.
Ethisch. Fundiert. Digital.
Termin unter +49 89 904 297-150

GuV: Was ein Käufer wirklich sucht

Gleicher Gewinn, anderer Preis

Stand:

Das Wichtigste in Kürze

Ein Käufer sucht in der GuV wiederkehrende Erträge, nicht die unterste Zeile. Verhandelt wird über Rohertrag und Betriebsergebnis. Ein auf Steuern gebauter Abschluss zeigt Ihren Betrieb kleiner, und genau diesen bekommen Sie bezahlt.

Zwei Betriebe legen ihre Zahlen vor. Beide machen 900.000 Euro Umsatz. Beide weisen 120.000 Euro Gewinn aus. Der eine wird für 480.000 Euro verkauft. Der andere für 180.000.

Der Unterschied steht in derselben Gewinn- und Verlustrechnung. Nur nicht in der Zeile, auf die alle sehen.

Die Beurteilung eines Betriebs steht auf drei Abschlüssen. Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanz und Kapitalflussrechnung. Hier geht es um die erste: den laufenden Betrieb.

Die GuV ist ein Film

Die Gewinn- und Verlustrechnung fasst Erträge und Aufwendungen eines Zeitraums zusammen. Meist ein Geschäftsjahr, manchmal ein Quartal. Sie ist ein Film, kein Foto. Sie beantwortet eine Frage: Wie gut erwirtschaftet dieser Betrieb Gewinn?

So weit die Schulfassung. Ein Käufer liest sie anders.

Erträge: Was kommt wieder?

Ein Käufer sortiert die Erträge in drei Gruppen. Erstens Erträge aus Waren und Leistungen. Das ist das Geschäft.

Zweitens vereinnahmte Zinsen. Drittens Erträge aus verkauftem Vermögen oder Beteiligungen. Nur die erste Gruppe kauft er.

Innerhalb dieser Gruppe stellt er jeder Zeile dieselbe Frage. Kommt dieser Betrag im nächsten Jahr wieder? Ein Wartungsvertrag über drei Jahre kommt wieder. Ein Großauftrag aus dem Sommer nicht.

Prüfen Sie Ihre Erträge deshalb in dieser Reihenfolge: wiederkehrend, wahrscheinlich, einmalig. Der wiederkehrende Umsatz bestimmt Ihren Preis. Der einmalige Teil bestimmt nur Ihren letzten Sommer.

Haben Sie Fragen zu Ihrer Gewinn- und Verlustrechnung?

Sie schildern Ihren Fall zu Ihrer Gewinn- und Verlustrechnung und erfahren, welcher Schritt jetzt der richtige ist.

Aufwendungen als Treppe

Üblich sind sechs Gruppen von Aufwendungen. Herstellkosten, Vertrieb, Verwaltung, Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Diese Reihenfolge ist eine Treppe. Ein Käufer geht sie von oben nach unten und hält auf jeder Stufe.

Umsatz minus Herstellkosten ergibt den Rohertrag. Er zeigt, ob Ihre Leistung überhaupt trägt. Abzüglich Vertrieb und Verwaltung folgt das Betriebsergebnis vor Abschreibungen. Es zeigt, was der Betrieb erwirtschaftet.

Danach folgen Abschreibungen, Zinsen und Steuern. Ganz unten steht das Jahresergebnis.

Warum die unterste Zeile wenig zählt

Ein Käufer verhandelt fast nie über die unterste Zeile. Er verhandelt über die zweite Stufe.

Zinsen hängen an der Finanzierung des Verkäufers. Steuern hängen an dessen Rechtsform. Abschreibungen hängen an dessen Anschaffungen. Alle drei ändern sich mit dem Eigentümer. Der Rohertrag ändert sich nicht.

Die deutsche GuV verdeckt viel

In vielen deutschen Abschlüssen sehen Sie diese Treppe gar nicht. § 275 HGB erlaubt zwei Verfahren der Gliederung. Das Gesamtkostenverfahren zeigt Aufwendungen nach ihrer Art. Das Umsatzkostenverfahren zeigt sie nach ihrer Funktion. Der Mittelstand rechnet fast durchgehend nach Gesamtkosten. Damit fehlt die Trennung nach Herstellung, Vertrieb und Verwaltung.

Dazu kommt § 276 HGB. Kleine und mittelgroße Kapitalgesellschaften dürfen die obersten Posten zusammenfassen. Übrig bleibt eine Zeile namens Rohergebnis. Umsatz und Materialaufwand stehen dann nicht mehr getrennt.

Fordern Sie deshalb nie nur den offengelegten Abschluss an. Fordern Sie die betriebswirtschaftliche Auswertung an. Über zwölf Monate, für drei Jahre. Dort stehen die Zahlen so, wie der Betrieb sie selbst führt.

Haben Sie Fragen zu Ihrer Gewinn- und Verlustrechnung?

Sie schildern Ihren Fall zu Ihrer Gewinn- und Verlustrechnung und erfahren, welcher Schritt jetzt der richtige ist.

Die Falle der Einnahmen-Überschuss-Rechnung

Viele Betriebe haben überhaupt keine Gewinn- und Verlustrechnung. Sie ermitteln den Gewinn mit einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung nach § 4 Abs. 3 EStG.

Der Unterschied ist grundlegend. Die GuV erfasst eine Leistung, sobald sie erbracht ist. Die Einnahmen-Überschuss-Rechnung erfasst sie, sobald das Geld fließt. Eine Rechnung aus dem Dezember, bezahlt im Januar, fällt ins nächste Jahr.

Wer im Dezember später abrechnet oder Material einkauft, senkt sein Ergebnis. Beides ist zulässig. Beides verzerrt jeden Vergleich zwischen zwei Jahren. Ein Käufer sieht sich deshalb Dezember und Januar über drei Jahre an. Springt das Ergebnis regelmäßig, liegt es an den Zeitpunkten, nicht am Geschäft.

Für Inhaber folgt daraus ein unbequemer Satz. Mit der Steuerlast über den Dezember senken Sie auch Ihren Verkaufspreis. Wer in drei Jahren verkaufen will, hört mit diesen Verschiebungen jetzt auf.

Abschreibungen richtig lesen

Abschreibungen stehen als Aufwand in der Rechnung. Ihnen steht in diesem Jahr keine Zahlung gegenüber. Eine hohe Abschreibung senkt den Gewinn und lässt den Kontostand unberührt. Eine sehr niedrige Abschreibung zeigt, dass seit Jahren nichts angeschafft wurde.

Fazit zur GuV

Die Gewinn- und Verlustrechnung zeigt die Ertragskraft, nicht das Vermögen. Nur wiederkehrende Erträge bestimmen den Preis. Verhandelt wird über Rohertrag und Betriebsergebnis, nicht über die unterste Zeile. Ein Abschluss, der auf Steuern gebaut ist, zeigt Ihren Betrieb kleiner. Und genau diesen kleineren Betrieb bekommen Sie bezahlt.

Teilen Sie heute Ihre größten Ertragspositionen in wiederkehrend und einmalig. Diese Liste steht in dreißig Minuten.

Herzliche Grüße
Ihr Dominik Eller

Dominik Eller
Dominik Eller
Fachwirt der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft (IHK)
30+ Jahre Praxis in Dienstleistung, Family Office, Immobilien Investment, Immobilien Management, Private Equity, Vertrieb und Beratung.

Folgen Sie mir auf LinkedIn, YouTube und Instagram.


Quellen

Hinweis

Die Zahlen im Einstieg sind ein Rechenbeispiel und beschreiben keinen realen Fall. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.


Weitere Fachbeiträge

Unternehmenskauf: Bausteine kaufen statt aufbauen. Wachstum dauert zu lange. EBC M&A erklärt Kaufstrategie, Acquisition Wheel und Wachstum durch Zukauf, etwa beim Kauf einer Hausverwaltung.Mergers & Acquisitions (M&A)Unternehmenskauf: Bausteine kaufen statt aufbauenCommercial Due Diligence im Mittelstand. Die Frage vor den Zahlen. EBC M&A erklärt Prüfung und Verhandlung beim Unternehmenskauf, vor jeder Unternehmensbewertung.Mergers & Acquisitions (M&A)Commercial Due Diligence im MittelstandDie Immobilie im Unternehmenskauf. Werkzeuge, die Sie schon kennen. EBC M&A erklärt, wie Grundschuld und Verkäuferdarlehen die Finanzierung eines Unternehmenskaufs stützen.ImmobilienDie Immobilie im UnternehmenskaufUnternehmenskauf: Was kein Käufer kauft. Der Fehler vor der Bewertung. EBC M&A benennt Ausschlusskriterien für Firmenkauf und Nachfolge als Teil der Kaufstrategie.Mergers & Acquisitions (M&A)Unternehmenskauf: Was kein Käufer kauftBeteiligung ohne Kaufpreis: Neun Wege. Problem lösen statt Geld zahlen. EBC M&A erklärt zur Finanzierung des Kaufs, wie Firmenanteile ohne Kaufpreis die Nachfolge sichern.Mergers & Acquisitions (M&A)Beteiligung ohne Kaufpreis: Neun WegeKaufen oder gründen: Was Zahlen sagen. Wachsen heißt meist aufbauen. EBC M&A vergleicht Existenzgründung und Firmenkauf samt Förderung als Frage der Kaufstrategie.Mergers & Acquisitions (M&A)Kaufen oder gründen: Was Zahlen sagenUnternehmenskauf: Welche Firma passt zu Ihnen? Die falsche erste Frage. EBC M&A entwickelt mit Käufern ein Suchprofil für Firmenkauf und Nachfolge als Teil der Kaufstrategie.Mergers & Acquisitions (M&A)Unternehmenskauf: Welche Firma passt zu Ihnen?Größenklassen: Die oberen 13 Prozent. Eine amerikanische Folie. EBC Strategie ordnet den Mittelstand nach Größenklassen und zeigt Folgen für Nachfolge und Unternehmenswachstum.LeadershipGrößenklassen: Die oberen 13 Prozent

Ausgezeichnete Lösungen aus 30+ Jahren Praxis

Immobilienwirtschaft seit 1992. Digitales Marketing seit 2003. Automatisierte Webinare seit 2010.
Unternehmensberatung für den Mittelstand seit 2012.

Die Werkzeuge haben sich seitdem entwickelt. KI ist gekommen. Die Prinzipien sind geblieben.

Begeisterte Kundenstimmen.

Kundenstimme
Kundenstimme
Kundenstimme
Kundenstimme
Kundenstimme

Diese Unternehmen haben bereits mit Dominik Eller zusammengearbeitet