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Kaufen oder gründen: Was Zahlen sagen

Wachsen heißt meist aufbauen

Stand:

Das Wichtigste in Kürze

Beim Kaufen statt Gründen entfällt der häufigste Grund des Scheiterns: der Markt. Laut KfW waren 2024 trotzdem nur 17 Prozent der Gründungen Übernahmen oder Beteiligungen. Prüfen Sie in der Nachfolgebörse nexxt-change, wer in Ihrer Region abgeben will.

Sie wollen wachsen. Sie brauchen mehr Personal, mehr Kunden, eine zweite Sparte. Also planen Sie einen Aufbau.

Ein zweiter Standort, eine neue Marke, ein Team, das Sie erst suchen müssen. Die andere Möglichkeit prüfen die wenigsten. Sie können das alles kaufen.

Die KfW zählt für 2024 in Deutschland 585.000 Existenzgründungen. 83 Prozent waren Neugründungen. Nur 17 Prozent waren Übernahmen oder tätige Beteiligungen. Fünf von sechs bauen also neu auf. Auch dann, wenn es dasselbe bereits zu kaufen gibt.

Von zehn Gründungen bleiben vier

Das IfM Bonn wertet Daten des Statistischen Bundesamtes aus. Vom Gründungsjahrgang 2015 waren nach einem Jahr 78 Prozent am Markt. Nach fünf Jahren waren es 37 Prozent. Die KfW zählt in ihrer Befragung ein Drittel der Gründungen binnen drei Jahren als beendet. Von zehn Gründungen bestehen nach fünf Jahren also rund vier.

Der häufigste Grund des Scheiterns ist ein fehlender Markt. Genau dieser Grund entfällt beim Kauf. Ein Betrieb mit zahlenden Kunden hat den Nachweis erbracht. Sie sehen ihn in den Kontoauszügen der letzten drei Jahre.

Der amerikanische Investor Roland Frasier nennt für Übernahmen ein Ausfallrisiko von 2 Prozent. Für diese Zahl nennt er keine Quelle. Behandeln Sie sie als Werbung. Ein zu hoher Kaufpreis ruiniert Sie genauso wie eine Idee ohne Markt.

Neun Posten im Kaufpreis

Frasier listet neun Gründe für den Kauf. Weniger Risiko, Finanzierung, Bekanntheit, Kunden, Umsatz, Gewinn, Kontakte, Systeme, Personal. Nützlich wird die Liste erst umgedreht: Was kostet der Aufbau?

Nehmen Sie das Personal. Für eine erfahrene Verwalterin schreiben Sie aus, warten Monate und zahlen eine Vermittlung. Bei einer Übernahme ist sie ab dem ersten Tag da, mit Objekten und Kontakten. Der Fachkräftemangel macht diesen Punkt in Deutschland zum stärksten der Liste.

Für Verkäufer folgt daraus die wichtigste Frage. Welche dieser Posten hat Ihr Betrieb ohne Sie? Hängen Kunden und Abläufe an Ihnen, verkaufen Sie deutlich weniger.

Haben Sie Fragen zur Frage, ob Sie kaufen oder gründen sollten?

Sie schildern Ihren Fall zur Frage, ob Sie kaufen oder gründen sollten und erfahren, welcher Schritt jetzt der richtige ist.

Finanzierung statt Eigenkapital

Laut KfW setzen 56 Prozent aller Gründungen bis zu 5.000 Euro ein. Nur 12 Prozent kommen über 50.000 Euro. Viele schließen daraus, ein Kauf sei nichts für sie. Dieser Schluss verwechselt Eigenkapital mit Finanzierung.

Beim Kauf liegen drei Jahresabschlüsse auf dem Tisch. Bei der Gründung nur ein Plan. Der ERP-Gründerkredit StartGeld der KfW reicht bis 200.000 Euro. Der Kauf eines Unternehmens oder Anteils ist ausdrücklich förderfähig. Ihre Bank wird trotzdem Eigenmittel verlangen.

Verkäufer liefern dafür saubere Zahlen ohne private Posten. Was die Bank nicht versteht, finanziert sie nicht.

Die Rechnung mit 120.000 Euro

Ein Rechenbeispiel mit gewählten Beträgen. Sie haben 120.000 Euro eigenes Geld.

Erster Fall: Sie kaufen eine Hausverwaltung mit 1.200 Einheiten für 600.000 Euro. Das bereinigte Ergebnis liegt bei 150.000 Euro. Sie finanzieren 480.000 Euro über acht Jahre. Der Kapitaldienst liegt bei rund 70.000 Euro im Jahr. Rund 80.000 Euro bleiben vor Steuern, ab dem ersten Monat.

Zweiter Fall: Sie gründen dieselbe Verwaltung neu. Am ersten Tag haben Sie null Einheiten. Ihre 120.000 Euro tragen Sie und eine Kraft gut ein Jahr.

Beim Kauf zahlen Sie für Zeit. Beim Aufbau zahlen Sie mit Zeit. Für Verkäufer gilt: Der Käufer rechnet, was der Betrieb an Kapitaldienst trägt. Darüber bekommt er kein Geld.

Drei Ebenen der Arbeit

Frasier unterscheidet in Anlehnung an Michael Gerber drei Ebenen. Die Arbeit im Betrieb, die Arbeit am Betrieb und die Arbeit über dem Betrieb. Auf der dritten Ebene werden Wettbewerber, Zulieferer und Sparten gekauft.

Ein Beispiel: Sie führen 900 Einheiten und haben freie Kapazität. Der Kollege nebenan hat 400 Einheiten und sucht seit zwei Jahren einen Nachfolger. Sie übernehmen seinen Bestand mit derselben Software und Buchhaltung. Der Umsatz steigt um 40 Prozent. Die Kosten steigen kaum.

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Was beim Kauf schiefgeht

Erstens die Inhaberabhängigkeit. Prüfen Sie, wer die Kunden anruft, wenn etwas fehlt.

Zweitens die Abwanderung nach dem Wechsel. Rechnen Sie einen Verlust von einem Zehntel des Bestands im ersten Jahr. Trägt der Betrieb dann noch den Kapitaldienst, ist der Preis vertretbar.

Drittens der Preis selbst. Der Kauf schützt vor dem falschen Markt, nicht vor der falschen Zahl.

Viertens fremde Gewohnheiten im Team. Planen Sie das erste Jahr dafür ein. Und den Verbleib des Verkäufers für mindestens sechs Monate.

Mehr Abgeber als Käufer

Laut KfW streben bis 2029 rund 545.000 Mittelständler eine Unternehmensnachfolge an. Rund 569.000 Inhaber planen dagegen, ihren Betrieb stillzulegen. Der DIHK zählte 2024 9.636 abgabewillige Unternehmen und 4.016 Interessenten. 49 Prozent der Altinhaber hatten noch keine Nachfolge. Bei 36 Prozent hielten die Kammern den geforderten Preis für überhöht.

Für Käufer ist das ein Markt mit Überangebot. Für Verkäufer heißt es Wettbewerb. Das größte Hindernis ist die Vorstellung vom eigenen Wert.

Fazit zu Kaufen oder Gründen

Gründungen scheitern am häufigsten am Markt. Dieser Grund entfällt beim Kauf. Ein Kauf ist trotzdem nicht risikoarm und nicht bequem. Die Arbeit beginnt am Tag der Übergabe.

Nehmen Sie Ihren größten Engpass: Personal, Kunden oder Kapazität. Sehen Sie in der Nachfolgebörse nexxt-change nach, wer in Ihrer Region abgeben will.

Herzliche Grüße
Ihr Dominik Eller

Dominik Eller
Dominik Eller
Fachwirt der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft (IHK)
30+ Jahre Praxis in Dienstleistung, Family Office, Immobilien Investment, Immobilien Management, Private Equity, Vertrieb und Beratung.

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Quellen

Hinweis

Die Beträge der Hausverwaltung sind Rechenbeispiele und keine erhobenen Werte. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.


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