Das Wichtigste in Kürze
Innovation im Betrieb entsteht als Gewohnheit, nicht an einem einzelnen Nachmittag. Ideen wachsen dort, wo jemand eine Frage wochenlang mit sich trägt. Legen Sie neben jedes Telefon einen Zettel für wiederkehrende Fragen.
Sie fragen Ihr Team nach Vorschlägen. Am Tisch bleibt es still. Sie halten Ihre Leute für ideenarm.
Die übliche Antwort ist schnell zur Hand. Ideen kommen von kreativen Köpfen. Also holen Sie einen kreativen Kopf ins Haus. Oder Sie setzen einen Nachmittag zum freien Sammeln an.
Ein einzelner Nachmittag erzeugt Zettel. Er erzeugt keine Neuerung. Neue Ideen sind selten ein Zufall. Sie sind das Ergebnis einer Gewohnheit.

Wie ein Einfall wirklich entsteht
Ein Mensch trägt eine Frage wochenlang mit sich. Er sieht sie beim Fahren und beim Warten. Dann fällt ihm eine Verbindung auf.
Der Einfall erscheint plötzlich. Die Arbeit davor war lang und unsichtbar. Wer keine Frage mit sich trägt, bekommt keinen Einfall.
Er hat höchstens eine Meinung. Ihr Betrieb braucht keine kreativen Köpfe. Er braucht Menschen, die eine Frage lange aushalten.
Jede Frage braucht einen Namen
Diese Gewohnheit lässt sich einrichten. Geben Sie jeder wichtigen Frage einen Namen dazu. Ein Mitarbeiter trägt die Frage nach der Übernahme neuer Objekte. Ein anderer trägt die Frage nach den Rückrufen aus den Beiräten.
Die Frage steht auf einem Blatt an seinem Platz. Sie wird alle vier Wochen kurz besprochen. Nach einem halben Jahr hat dieser Mitarbeiter Antworten. Ohne die Frage bleibt ihm nur seine Aufgabenliste.
Haben Sie Fragen zur Innovation in Ihrem Betrieb?
Sie schildern Ihren Fall zur Innovation in Ihrem Betrieb und erfahren, welcher Schritt jetzt der richtige ist.
Ärgernisse sind Ihr Rohstoff
Beginnen Sie bei Ihren Ärgernissen. Jedes wiederkehrende Ärgernis ist ein Rohstoff:
- der Rückruf, den jede Woche jemand vergisst,
- der Ordner, den nur eine einzige Person versteht,
- die Frage, die im Frühjahr jeder Eigentümer stellt.
Notieren Sie solche Dinge über vier Wochen. Am Ende halten Sie eine Liste in der Hand. Sie ist Ihr Vorrat an Ideen. Kein Sammelnachmittag erzeugt so etwas.
Nach dem Zweck fragen
Fragen Sie nicht, wie eine Sache besser wird. Fragen Sie, wozu die Sache überhaupt da ist. Eine Tür besteht nicht aus Holz und Beschlag. Sie ist ein Weg hinein und eine Sperre nach außen.
Eine Nebenkostenabrechnung ist kein Papier mit Zahlen. Sie ist ein Nachweis, der Vertrauen schafft oder zerstört. Eine Eigentümerversammlung ist der Ort, an dem Entscheidungen haltbar werden.
Fragen Sie Ihre Mitarbeiter nach dem Zweck ihrer eigenen Aufgaben. Die Antworten fallen erstaunlich verschieden aus. Sobald der Zweck feststeht, ändern sich die Vorschläge.
Fremdes nebeneinanderlegen
Ein zweiter Handgriff kostet ebenso wenig. Legen Sie zwei Dinge nebeneinander, die nichts verbindet. Die Eigentümerversammlung und der Kundendienst eines Handwerkers. Der Mietvertrag und die Einweisung eines neuen Mitarbeiters. Diese Verknüpfung heißt Bisoziation.
Entscheidend ist Ihre Erwartung. Setzen Sie voraus, dass eine Verbindung vorhanden ist. Diese Annahme steuert, wie lange Sie suchen. Wer eine Lösung erwartet, hält den zweiten Anlauf aus. Wer keine erwartet, hört nach zehn Minuten auf.
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Sammeln und Bewerten trennen
In den meisten Betrieben fallen Sammeln und Bewerten zusammen. Ein Mitarbeiter nennt einen Vorschlag. Im selben Atemzug nennt jemand den Einwand. Nach drei solchen Runden schweigt der Mitarbeiter. Er schweigt dann für Jahre.
Setzen Sie eine einfache Regel, wie sie aus dem Brainstorming bekannt ist. In der ersten halben Stunde wird nichts bewertet. Danach wird streng geprüft. Wer um seinen Ruf fürchtet, schlägt nichts Ungewöhnliches vor.
Eine Liste für alle Vorschläge
Eine Idee braucht einen Platz, an dem sie landet. Führen Sie dafür eine einzige Liste. Jeder Vorschlag kommt ohne Bewertung hinein. Dieses einfache Ideenmanagement prüfen Sie einmal im Monat.
Drei Fragen genügen bei jedem Punkt:
- Wen betrifft die Sache?
- Was kostet ein erster Versuch?
- Wer probiert es bis wann?
Die meisten Punkte fallen heraus. Ein oder zwei bleiben stehen. Genau diese verändern Ihr Jahr. Nicht die Idee fehlt Ihnen. Es fehlt der Weg von der Idee zum Versuch.
Ein Zettel neben dem Telefon
Ein Beispiel. In einer Hausverwaltung mit 18 Mitarbeitern klingelt jedes Frühjahr das Telefon. Die Abrechnungen sind heraus. Die Sachbearbeitung arbeitet drei Wochen im Rückstand.
Eine Mitarbeiterin notiert vier Wochen lang jede Frage. Am Ende stehen fast immer dieselben drei Fragen auf dem Zettel. Die Runde fragt nach dem Zweck der Abrechnung. Der Zweck ist ein Eigentümer, der die Zahlen versteht.
Der Betrieb legt ein einzelnes Blatt mit den drei Fragen und Antworten bei. Dazu kommt eine kurze Ankündigung vor dem Versand. Im nächsten Frühjahr bleibt das Telefon merklich ruhiger. Der Versuch kostete ein Blatt Papier und eine Stunde Arbeit.
Fazit zur Innovation
Innovation im Betrieb hat wenig mit Genie zu tun. Sie hat mit Aufmerksamkeit zu tun. Ihr Team ist nicht ideenarm. Es trägt nur keine Frage mit sich herum. Fragen entstehen dort, wo jemand etwas nicht länger hinnimmt.
Legen Sie heute neben jedes Telefon einen Zettel für wiederkehrende Fragen.
Herzliche Grüße
Ihr Dominik Eller

Hinweis
Das Beispiel der Hausverwaltung ist ein Praxisbeispiel und beschreibt kein bestimmtes Unternehmen.






































